Hochzeitstauben sind oftmals Todeskandidaten

(28.09.2010) Weiße Tauben sind ein Friedenssymbol und werden gerne bei Hochzeitsfeiern zur Ergötzung von Brautleuten und Gästen in die Lüfte entlassen. Der schönste Tag im Leben eines Brautpaares bedeutet aber für viele der Glücksbringer das genaue Gegenteil, sind sie doch für das Leben in Freiheit häufig überhaupt nicht vorbereitet. So kommt es immer wieder vor, dass die Tiere verstört im nächsten Vorgarten landen oder, sofern sie nicht vorher dem Habicht zum Opfer fallen, Tage später verletzt oder entkräftet irgendwo am Straßenrand aufgefunden werden.
Der Tierschutzbeirat weist darauf hin, dass ausschließlich Brieftauben – es gibt sie auch in einer weißen Variante - zum Auflassen geeignet sind und man sich die Tauben unbedingt von einem seriösen Züchter aus dem Umfeld (höchstens 100 km) liefern lassen sollte, wo die Tiere durch entsprechendes Training auf ihre Aufgabe vorbereitet wurden.
Das Zusammenwirken skrupelloser Händler und gedankenloser Hochzeitsteilnehmer führt aber nicht selten zu tierschutzwidrigen Unzulänglichkeiten bis hin zur Verwendung völlig ungeeigneter Taubenrassen wie Pfau- oder Lachtauben, die überhaupt keine Chance haben, zu ihrem Ursprungsschlag zurückzukehren. Solche Tauben in die Freiheit zu entlassen, kommt im strafrechtlichen Sinne dem Aussetzen eines Tieres gleich und kann entsprechend geahndet werden.
Wer sicher gehen will, keinem Tier vermeidbare Leiden oder Schäden zuzufügen, sollte von dem fragwürdigen Hochzeitsbrauch gänzlich Abstand nehmen.



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