Exoten unterm Weihnachtsbaum

(11.12.2006) Der Tierschutzbeirat Rheinland-Pfalz warnt vor dem Erwerb exotischer Tiere als Weihnachtsgeschenk. Schon „normale“ Tiere sind als Festüberraschung denkbar ungeeignet, da der künftige Halter eines Tieres sich zunächst eingehend mit dessen Lebensweise, Ernährung und Pflege beschäftigen und selbst entscheiden sollte, ob er die Verantwortung auf sich nehmen kann und will.
Bei zahlreichen Exoten ist eine artgerechte Haltung in Privathand so gut wie unmöglich; dennoch liegen sie voll im Trend und werden unter anderem auf Börsen und über das Internet verkauft. Mungos, Präriehunde und Warane gehören partout nicht in deutsche Wohnzimmer. Aber auch die niedlichen Schmuckschildkröten werden zunehmend unhandlich, unansehnlich und lästig und landen, da sie auch sonst niemand haben will, oftmals im nächsten See.

Schätzungsweise 100.000 Giftschlangen, mehrere Tausend Krokodile, 80 Millionen Zierfische und 3,5 Millionen Ziervögel leben in deutschen Haushalten, vielfach aus Unkenntnis qualvoll vegetierend und mit geringer Lebenserwartung. Zahlreiche in freier Wildbahn gefangene Tiere kommen erst gar nicht ans Ziel, sondern sterben beim brutalen Fang, beim Transport in engen Kisten oder in der Gefangenschaft eines Zwischenhändlers.

Der Tierschutzbeirat empfiehlt, Kindern und Jugendlichen, die sich ein Tier wünschen, zunächst einmal ein gutes Tierbuch zu schenken. Ein zweiter Schritt könnte sein, sich in einem seriösen Zoogeschäft beraten zu lassen oder im Tierheim nachzufragen, ob dort das passende Tier auf ein Zuhause wartet.

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